HomeBrauereiprofilBrauereiprofil BRLO

Brauereiprofil BRLO

Brauereiprofil-BRLO

Brauereiprofil BRLO

BRLO ist eine Craft Beer Brauerei aus Berlin. Die innovative Brauerei aus der Hauptstadt ist seit einiger Zeit sehr erfolgreich in der Craft Beer Branche. Mit Ihren Sorten Porter, Pale Ale und Helles ist es BRLO gelungen, handwerkliche und kreative Biere zu brauen. Aber warum eigentlich BRLO? BRLO ist der alt-slawische Name der Stadt Berlin. Der Brauerei war es wichtig, einen Namen zu finden, der in der Hauptstadt Berlin verwurzelt ist und gleichzeitig Spiel für Neuinterpretationen lässt. Das BRLO Team besteht aus Katharina Kurz, Michael Lembke und Christian Laase. Wir wollten diese Brauerei genauer kennenlernen und haben Katharina Kurz einige Fragen gestellt. Lesen Sie mehr dazu, wie Frau Kurz die Entwicklung der Craft Beer Szene und die Rolle der Frauen in der Männerbranche Bier sieht.

 

Frau Kurz, wie kamen Sie auf die Idee, eine Brauerei zu eröffnen?

Das ist tatsächlich aus einer verrückten Idee und einem Nebenprojekt entstanden. Ich habe längere Zeit im Ausland gelebt und habe dort Craft Beer kennen und lieben gelernt. Auf einer Reise nach Australien dachte ich mir, dass ich gerne „irgendwann mal“ eine kleine Biermarke in Deutschland starten würde. Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass es wenige Monate später sogar Realität werden würde. Denn es stellte sich heraus, dass mein Freund aus Studienzeiten, Christian, auch das Thema Bier auf dem Schirm hatte. Alleine hätten wir jeder für sich wahrscheinlich nie etwas daraus gemacht. Zusammen hat sich dann eine tolle Dynamik entwickelt und als wir dann noch Michael – damals wissenschaftlicher Mitarbeiter an der VLB – kennen gelernt haben, war das Trio perfekt und wir sind einfach gestartet.

 

Ist es als Frau schwierig, sich in der Männerdomäne Bier durchzusetzen?

Also bis jetzt empfinde ich das nicht so! Natürlich ist die Bierbranche traditionell sehr männlich geprägt, aber ich denke umso größer sind auch das Interesse und die Neugierde an weiblichen Gründerinnen. Mehr „Diversity“ schadet schließlich nie. Aber ehrlich gesagt denke ich darüber gar nicht nach, wir machen einfach unser Ding. Ich glaube aber, dass Craft Beer definitiv mehr Frauen anzieht, das sieht man ja alleine schon an den vielen weiblichen Biersommeliers oder Bierbloggerinnen. Gerade in der Berliner Bierszene gibt es viele tolle Frauen!

 

Welche Ansätze sehen Sie, Frauen noch mehr für das Produkt Bier zu begeistern?

Frauen wurden meiner Meinung nach traditionell auf dem Biermarkt sehr vernachlässigt und nicht ernst genommen. Ich glaube hierfür gibt es mehrere Ursachen. Zum einen hat sich Bier traditionell vor allem in der Werbung immer nur an Männer gerichtet. Sobald man dann bei Biermischgetränken einen Fruchtgeschmack hinzufügt, ist es ein „Frauengetränk“. Das ist komplett Quatsch, denn vor allem in Deutschland trinken auch viele Frauen wahnsinnig gerne Bier. Hier muss dringend angesetzt werden und mein persönliches Anliegen ist es, dass BRLO sowohl Männer, als auch Frauen anspricht. Zum anderen gibt es glaube ich eine gewisse kulturelle Komponente, dass Bier traditionell eben immer als „weniger fein“ angesehen wurde. Viele Frauen würden in einem schönen Restaurant niemals ein Bier, sondern eher Wein bestellen. Die gute Nachricht ist: das ändert sich endlich mit Craft Beer! Denn Craft Beer hebt Bier endlich auf eine neue Ebene, durch die verschiedenen Sorten, Verkostungsgläser und Food Pairings heißt es eben endlich nicht mehr „Ein Bier, bitte“, sondern „Welches Bier haben Sie und was können Sie empfehlen?“. Auch der angelernte Geschmack von Bier wird durch die für Deutschland relativ neuen Sorten neu herausgefordert. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Frauen, denen Bier normalerweise nicht schmeckt, ein Pale Ale oder IPA eine völlig neue Erfahrung bietet. Ich glaube also, dass Craft Beer definitiv mehr Frauen zum Thema Bier führen wird.

 

Was denken Sie, wie sich die Craft Beer Szene entwickeln wird?

Ich glaube, die deutsche Craft-Beer-Szene ist noch ganz am Anfang. Wir sind noch in der absoluten Grassroots-Phase und da gibt es noch sehr viel Luft nach oben. Ich glaube nicht, dass Craft Beer nur ein Trend ist, sondern dass es sich langfristig im Handel und vor allem auch in der Gastronomie etablieren wird. Es wird in den nächsten 1-2 Jahren wahrscheinlich eine gewisse Professionalisierung und ein Wachstum bei den kleinen Brauern einsetzen müssen. Gerade das Thema Vertrieb ist ja für alle unabhängigen Craft Brauer noch ein großes Problem. Die Dynamik des Marktes wird natürlich zum einen durch die großen Brauereikonzerne, die sich auch an „neue Biersorten“ wagen, zum anderen auch durch amerikanische Craft Brauereien, die nach Deutschland expandieren, angeheizt. Insgesamt ist es doch toll, dass es durch die Craft-Beer-Szene jetzt so viele Neugründungen von Brauereien gibt.

 

Fernsehbiere haben viel Marketing, viel Geld und viele Vertriebswege.
Was ist der Vorteil ihrer regionalen Brauerei?

Ich glaube gerade in Berlin haben die Menschen die großen Marketingmaschinerien satt (nicht nur im Bierbereich)! Restaurants, Bars und ihre Kunden haben Lust auf kleine regionale Marken, die sympathisch wirken und hinter denen Gründer/Brauer stehen. Das ist unser großer Vorteil!

 

Kontakt zur Brauerei

Braukunst Berlin GmbH
Alexanderstr. 7
10178 Berlin
brlo.de
facebook.com/BRLObeer

Share With: